Esther Brunner (Zeix): Inhaltliche Fragestellungen der Benutzer für das Projekt in den Vordergrund stellen!

In unserem heutigen Referenteninterview freuen wir uns über die Antworten von Esther Brunner. Sie arbeitet seit Juli 2008 als Interface Developer bei Zeix. In ihrem Vortrag auf dem diesjährigen i2 SUMMIT spricht sie über die Erfolgsfaktoren für interaktive Content-Formate und bringt dabei ihre vielfältigen Erfahrungen als Spezialistin für Frontend Technologien mit ein.

Der i2 SUMMIT steht dieses Jahr ganz im Zeichen der digitalen Transformation bzw. seiner Umsetzung entlang Internet- und Intranet-Konzepten. Was sind für Sie die drei wichtigen Herausforderungen, denen sich die Unternehmen diesbezüglich stellen müssen?

User, User und nochmals User. User sind Kunden, die im Internet Informationen sammeln und einkaufen. Mitarbeitende und Externe sind User der unternehmensinternen digitalen Systeme (Intranet und Extranet).

  1. Digitale Publikationen werden eine zentrale Herausforderung für kanalübergreifendes Content Marketing im Internet. Nützlicher Inhalt soll für die digitalen Kanäle, in denen sie sich die Kunden bewegen, mediengerecht serviert werden. Für diese Zwecke ist PDF als Abbild von Print-Publikationen kein geeignetes Format, wie ich in meinem Vortrag am i2 SUMMIT darlegen werde.
  2. Im Intranet sollen die internen Applikationen den Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg unterstützen und nicht nur den derzeitigen Workflow digital abbilden.
  3. Im Extranet schliesslich sollen die Systeme für die verschiedenen beteiligten Nutzergruppen auf einander abgestimmt werden. Heute führen unterschiedliche technische Systeme und restriktiv gesetzte Berechtigungen oft zu Brüchen im Wertschöpfungsprozess.

Wie bewerten Sie die Umsetzung dieser Aspekte in Schweizer Unternehmen?

Die meisten Unternehmen sind auf dem richtigen Weg und haben für fast alle Unternehmensprozesse inzwischen digitale Lösungen. Das hauptsächliche Problem besteht darin, dass diese zu wenig aufeinander abgestimmt sind und zum Teil eklatant an den Bedürfnissen der User vorbei entwickelt wurden.

Was sind für Sie die konkreten Erfolgsfaktoren für die Benutzerorientierung?

Der Redaktionsprozess für Unternehmenskommunikation muss von konkreten inhaltlichen Fragestellungen der Benutzer ausgehen und sich nicht primär nach den Beschränkungen des Zielkanals richten. Geeignete Metadaten erleichtern die Auffindbarkeit und Aufbereitung von Inhalten für die verschiedenen Kanäle wie Web, Social Media, Intranet und Print. Wir sind überzeugt, dass digital first mit dem User im Zentrum mittelfristig die Prozesse erleichtert und Vertriebskosten reduziert.

Haben Sie hierzu Unternehmen bzw. Fallbeispiele im Kopf, die dahingehend vorzeigbar sind?

Der Migros-Genossenschaft-Bund hat mit Zeix das Intranet mit einen zukunftweisenden Konzept redesignt. Wir haben das Intranet aufgebrochen in verschiedene Apps, die je eine für den jeweiligen Inhalt angemessene Informationsarchitektur haben. Raphaela Botti wird in ihrem Vortrag am diesjährigen i2 SUMMIT über die gemachten Erfahrungen mit dem neuen Intranet berichten.

Welche allgemeinen Empfehlungen geben Sie den Schweizer Unternehmen auf dem Weg in die digitale Transformation?

Lernt von den Benutzern. Beobachtet, wie die Systeme tatsächlich genutzt werden, welche Inhalte als revelant angeschaut werden und mit welchen Workarounds Mitarbeitende sich Brücken über die Unzulänglichkeiten der technischen Systeme schaffen. Die digitale Transformation ist kein Selbstzweck, sondern soll Probleme lösen und den verschiedenen Nutzergruppen das Arbeiten erleichtern.

Welche Erwartungen haben Sie an den i2 SUMMIT?

Ich freue mich auf den Austausch und zu hören, wo die anwesenden Unternehmen im Prozess der digitalen Transformation stehen.