Veränderungen in der Themendiskussion: Digital Transformation versus Digital Workplace versus Intranet

Die Verwendung der richtige Begrifflichkeit ist eindeutig eins der wichtigsten Faktoren für eine hohe Identifikation mit einem Projekt. Dies ist umso wichtiger, wenn es um Veränderungsprozesse geht – die per se etwas Neues und evt. schlecht Greifbares für den Einzelnen in Aussicht stellen und eine Verhaltensveränderung bedingen – wie z.B. den Veränderungen entlang der Digitalisierung im Unternehmen.

Die Diskussion rund um die Veränderungen der digitalisierten Zusammenarbeit wird dabei über die Jahre immer wieder durch neue Schlagworte dominiert – dabei stellt sich die Frage, was die richtige Begrifflichkeit für das Projekt ist. Ist es die “digitale Transformation”, die als Auslöser eine neue Form der Zusammenarbeit benötigt und damit den Projektrahmen und die Diskussion definiert? Oder – ist es der “digitale Arbeitsplatz” (bzw. “Digital Workplace”) als Konzeptidee von dem Zusammenspiel verschiedener, digitaler “Werkzeuge”, die eine flexible, digitale Zusammenarbeit unterstützen? Oder – ist es dann doch der etablierte Begriff des “Intranet” als greifbare Plattform für den internen Informationsaustausch und der Zusammenarbeit?

Wir haben die Begrifflichkeiten – auch aus Interesse für die richtige Positionierung des i2 SUMMIT als Diskussionsplattform für dieses Themenfeld – aus der Sicht der Google-Suchabfragen und ihrer Entwicklung bei Google Trends betrachtet. [Anmerkung: Diese Betrachtung ist natürlich keinesfalls repräsentativ – da ja in der Regel nur die “Unwissenden” nach den Begriffen suchen, aber die “Wissenden” die Projekte vorantreiben! Dennoch bieten die Google Trends uns immer wieder eine gute Basis für die Einschätzung der Entwicklungen von Themendiskussionen]

Digital Transformation – und seine Bedeutung in der Schweiz

Eins kann sicherlich gesagt werden – die Beschäftigung mit der digitalen Wettbewerbsfähigkeit ist in der Schweiz schon seit einigen Jahren angekommen. Dies belegen die zahlreichen Studien von KPMG, der HSG, dem Center for Digital Business der HWZ, der IMD Business School in Lausanne oder die im Juni von uns diskutierten Auswertungen von CSC und Dell. Allesamt bestätigen die Studien allerdings den Schweizer Unternehmen ein “Hinterherlaufen” – wenngleich das im Vergleich mit Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien (wo wir mit unseren Veranstaltungen auch in den Diskussionen involviert sind) nicht wirklich ein “Hinterherlaufen” darstellt, sondern eher ein “Gleichlaufen”. Richtig ist aber – dass die grossen, etablierten Unternehmen natürlicherweise sehr schwerfällig in ihrem digitalen Wandel sind.

Betrachtet man die Google Trends zu dem Begriff – so ist festzustellen, dass die “digitale Transformation” bei den Suchanfragen eindeutig in begrifflicher Nähe zu “daten-basierten” Themen steht. Hierbei geht es um das “daten-basierte” und “daten-ge/be-triebene” Geschäftsmodell. Das Thema “Organisationsmodell” für die digitale Zukunft oder das “Management” des Themes wird wenig in diesem Zusammenhang betrachtet. Natürlich ist die Herangehensweise hier sehr ungenau – da sich die Schweiz ja durch ihre Mehrsprachigkeit kennzeichnet und im Italienischen als auch Französischen dann doch auch die jeweiligen Begrifflichkeiten gesucht werden.

Dennoch wage ich die Aussage – die im Übrigen auch für Deutschland im Wesentlichen gilt: die Diskussion um die digitale Transformation ist noch lange nicht auf der langfristigen Umsetzungsebene und Etablierung im Unternehmen angekommen, sondern steckt in den Fragen nach dem “Warum” und “Was” fest.

Digital Workplace  – ein Alles-und-Nichts-Schlagwort auf dem Vormarsch

Bereits im letzten Beitrag nahmen wir bezüglich des Begriffes zum Digital Workplace die Definition von James Robertson zur Hilfe:

The #DigitalWorkplace consists of a holistic set of tools, platforms and environments for work, delivered in a coherent, usable and productive way.

Begrifflich kennzeichnet der “Digital Workplace” (bzw. digitale Arbeitsplatz) hiernach die Kombination aller IT-gestützten Arbeitsunterstützungen, die unter einem gemeinsamen Ansatz (hier nicht genauer bestimmt ob in einem Portal oder einfach nur als querverlinkte Tools wie bei Google Apps oder Office 365) integriert sind. Gleichsam lässt die Begriffsdefinition auch offen, ob der “Digital Workplace” auch eine “soziale Vernetzung” im Kern besitzt, die eine Offenlegung und Transparenz über die Aktivitäten und Diskussionen entlang der digitalen Werkzeuge und der Zusammenarbeit bietet – nach dem Prinzip des “Aktivitätenstreams” aus den “Social Collaboration Plattformen”.

Im Rahmen unserer Veranstaltungen sehen wir die “soziale Vernetzung” als den “Kernel” der modernen “Digital Workplace”-Konzepte, die dem Ansatz auch seinen transformativen Charakter verleihen und darüber einen wichtigen Hebel und “Enabler” für die digitale Transformation bieten.

Auch wenn die Diskussion um den “Digital Workplace” in den entsprechenden “Filterräumen” der Themenexperten über die letzten drei Jahre massiv an Bedeutung gewonnen hat, so schlägt sich das noch nicht in den Daten von “Google Trends” nieder. Für die Schweiz weist die Begrifflichkeit zuwenig Treffer auf, dass es überhaupt von Google ausgewertet wird. Und international korreliert die Begrifflichkeit dann immer mit den einschlägigen Events von Gartner, CMSWire oder auch unserem Enterprise Digital SUMMIT in Paris.

Eine Untersuchung von Crisp Research (im Auftrag für Citrix) ermittelte allerdings einen Anteil von nahezu 50% realisierten Digital Workplace Ansätzen in Schweizer Unternehmen (Achtung: nur 128 befragte Unternehmen) und ein weiteres Viertel der Unternehmen, die auf dem Weg dorthin sind. Strategisch sind diese Projekt zumeist auf die Performance-Zielsetzung ausgerichtet.

Als Fazit ist festzuhalten – dass der “Digital Workplace” als Begrifflichkeit in der Diskussion als auch in der Projektausrichtung an Fahrt gewonnen hat – aber doch sehr unklar ist, da das Begriffsverständnis sehr weit ausgelegt ist.

Das Intranet – als Old-School-Dauerbrenner in der Themendiskussion

Zieht man Google Trends zu Rate, so dominiert die Begrifflichkeit “Intranet” durchaus das Suchaufkommen und macht die beiden anderen Begriffe in ihrer vergleichten Häufigkeit zu Bodensatz. Dabei ist aber kritisch festzuhalten, dass viele Suchen sich auf die Zugangsmöglichkeiten von Unternehmens-Intranets oder von Bildungs- und Fortbildungseinrichtungen beziehen. In der Langfrist-Perspektive verliert die Begrifflichkeit “Intranet” leicht an Bedeutung.

Der Bedeutungsverlust liegt sicherlich mit der Gleichsetzung des Terminus “Intranet” mit dem geschlossenen Top-Down-Informationsportal. Gleichsam benutzen aber auch immer mehr Unternehmen den Begriff “Intranet” als Synonym für den Digital Workplace – da der Begriff im Unternehmen etabliert und greifbarer ist -, womit das Thema durchaus weiterhin als beständiger Begriff – aber zum Teil mit wechselnder Bedeutung – verstanden werden muss.

 

Abschliessend ist festzustellen, dass es für die Diskussion weiterhin eine klare Abgrenzung der Begrifflichkeiten bedarf, damit nicht über Äpfel und Birnen gesprochen wird. Dies wollen wir auch in der weiteren Vorbereitung zum i2 SUMMIT vornehmen und in den kommenden Wochen und Monaten Experten und Referenten zu ihrem Begriffsverständnis interviewen.

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